Freitag, 31. Oktober 2008

Viele Leserbriefe und eine kleine Polemik

Launige Worte zum Einstieg: Es ist ja geradezu rührend. Ich erhalte momentan aufgrund der diversen Einträge zu meinem Lieblingsdienstleister (ja: Dienst LEISTER!) der Cablecom GmbH doch die eine oder andere Zuschrift. Und da ist es angesagt, einmal DANKE zu sagen.

Danke an Maurice, Alex, Toni, Denis, Jörg, Marc und die vielen anderen, die mir den wunderbaren handgeschriebenen Kundenbrief von Felix Zehnder zugesandt haben. Inzwischen haben ja auch Blick und 20 Minuten darüber berichtet. 20 Minuten hat inzwischen auch ein kleines Filmchen aufgetrieben, in dem ein Kunde versucht, einen Film beim automatischen "Kundenservice" der Cablecom zu bestellen. Den Film können geneigte Leser unten rechts in der Youtube Sektion von "Hafner on CRM" ansehen. Statt "CRM" sucht mein Youtube nun nach "Cablecom bstellig". Bitte anschauen.

Den Preis für die beste Zuschrift erhält aber Daniel Menet (Richtig, das ist der Sohn von dem, der mal bei Mövenpick bestellt hat und das nicht mehr tut). Daniel, 22 und sportlich, schreibt zu meinem letzten Beitrag: "Die Mädchen bei Cablecom haben ja auch Kira aus der "Kunden"-Datenbank gelöscht... Auge um Auge, Zahn um Zahn."

Das, lieber Dani, ist natürlich Blödsinn, denn: Kira ist drei Jahre alt und hat daher Milchzähne, davon hat jeder Mensch 20 Stück. Jeder Erwachsene hat aber 32 Zähne. Herr Fischer und seine Asisstentin müssten also (es sei denn, sie haben derben Karies oder Herr Fischer die Dritten, was ich nicht annehme, oder seine Assistentin gar keine Zähne, was schlicht und ergreifend nicht sein kann, wenn man mit Herrn Fischer zu tun hat) insgesamt 64 Zähne haben. Also hat hier die Kira ein schlechtes Geschäft gemacht, denn die Cablecom durfte insgesamt mehr als dreimal soviele Zähne behalten.

Auch übel sieht es beim biblischen Vergleich "Auge um Auge" aus. Denn: Kira Toggwiler hat, soviel mir ihr Vater berichtet hat, zwei Augen. Ebenso nehme ich an, dass sowohl Herr Fischer als auch seine Assistentin JEWEILS zwei Augen haben. Es sei denn einer von beiden wäre auf beiden Augen blind, was den Service der Cablecom erklären würde (wäre es Herr Fischer) oder sie wären beide einäugig. Das wiederum würde bedeuten, dass sie Könige sind, denn: Unter den Blinden (Servicemitarbeitern der Cablecom) sind die Einäugigen König. Das kann aber auch nicht sein, weil sie dann gleichzeitig Kunden wären. Denn: Der Kunde ist ja König. Und das kann nun überhaupt nicht sein.

Denn: wenn sie Kunden der Cablecom wären, dann hätten sie diesen wirklich lausigen und von vielen Leuten beanstandeten Service längst verbessert. Und das regt mich so auf, dass ich erst nächste Woche wieder etwas Ernsthaftes schreiben kann.

Kommentare:

Daniel Menet hat gesagt…

Tach Nils! Danke für die blumigen Worte. Ich will dich dennoch auf einige Schwachstellen deiner Argumentations hinweisen:

Erstens: Du schreibst "Also hat hier die Kira ein schlechtes Geschäft gemacht, ...". Dazu folgendes: Wer mit der Cablecom Geschäfte macht bzw. von der Cablecom ein Geschäft gemacht bekommt (das klingt richtig lustig) MUSS sich darauf einstellen, den Kürzeren zu ziehen. Das ist ein bisschen wie bei Mövenpick, nur muss man bei der Cablecom nichts forcieren damit man schlecht behandelt wird.

Zweitens: Du bemerkst richtigerweise, dass Kira augen- wie auch zahnmässig der Cablecom unterlegen ist. Nun, ich konnte keine Quelle finden, die darauf besteht, dass beim Anwenden des Gesetzes "Auge um Auge" auf eine faire Ausgangslage geachtet wird. Das heisst, Kira müsste sich warm anziehen. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen.

Nils Hafner hat gesagt…

Nun, mein lieber Dani, nicht schlecht gekontert, und zum ersten Punkt muss ich Dir Recht geben, obwohl es wahrscheinlich nicht das ist, was Kira, Ihre Elter, oder sonst ein geneigter Kunde erwartet hätte. Und deshalb ist es veröffentlichungswert.

Der zweite Punkt ist mit dem allgemeinen Sprachempfinden zu begründen, so implizieren bspw. "Schritt um Schritt" oder im anglizistischen Sprachraum "Thit for That"das "das Eine" ums "Andere" geschieht und somit geht die Rechnung wieder auf. Aber soweit wollen wir es wirklich nicht kommen lassen.