Dienstag, 19. Mai 2015

Design Thinking, eine Überraschung und jede Menge tolle Konferenzen

Launige Worte zum Einstieg: Nachdem das ja mit der Listen.14 wegen eines faulen Partners nicht geklappt hat, habe ich meine Aktivitäten im Kongress und Seminarbereich neu geordnet. Neu werde ich mit dem ZFU zusammen ein zweitägiges Seminar zum Thema des Design Thinking als innovativer Methode zur Gestaltung kundenorientierter Prozesse anbieten. Einen Kongress zur Zukunft des Marketing veranstalten wir im Oktober diesen Jahres. Und gefreut hebe ich mich auch.

Design Thinking Seminar im Herbst
Aus einer schönen Fachdiskussion mit Michael Stemmle von additiv ergab sich neulich ein feiner Satz: "Das tolle an den Kollegen aus der Strategieberatung ist ja, dass man bei McKinsey, BCG und Konsorten bei Aufkommen eines neuen Themas (Digitalisierung, Kundenorientierung, Design Thinking) einen Hebel umlegen kann und - ZACK - ist man Experte für dieses Thema." Funktioniert tatsächlich gut, denn - man muss sich nichts vormachen - die Herausforderungen bei der Konzeptionierung solcher Themen liegen vor allem im Umdenken. Und das kann man tatsächlich lernen. Schwieriger wird es dann, die konzeptionierten und damit geplanten Themen in den Unternehmensalltag zu integrieren. Das wird in den allermeisten Firmen immer mehr zum Kulturthema. Und das zeigt beispielsweise auch ein tolles Interview, das ich vor einigen Wochen bei eben den Kollegen von McKinsey gefunden habe.

In diesem erzählt Catherine Courage, Senior VP Customer Experience bei Citrix Systems, einem Software Hersteller, wie ihr Team Design Thinking einsetzt, um die Kultur der Firma kundenorientierter zu gestalten. Dabei geht es vor allem um Empathie, den Kunden genau zu verstehen und anhand von Prototypen festzustellen, was diese Kunden GENAU wollen. Spannend dabei ist, wie Citrix sukzessive mehr Personen in die Anwendung der Methodik einbezieht, um eine gemeinsame Vorstellung von Kundenwünschen und -ansprüchen an die Softwareentwicklung, den Service und den Vertrieb der Software zu erhalten. Dabei hebt Catherine Courage hervor, welche Bedeutung der Support des Senior Managements und die nachhaltige Kommunikation und Entwicklung von Fähigkeiten in der Organisation haben. Ein lesens- und dank der illustrierenden Videos auch sehenswertes Interview.

Um genau diese Punkte auch in der Schweiz transportieren zu können, habe ich gemeinsam mit Thomas Landis, Senior Innovation Manager bei Six Payment Services und Inhaber der "Konzeptwerkstatt", der auch schon bei der Listen.14 extrem Performer hat, ein Seminar ins Leben gerufen. Dieses findet über einundhalb Tage am 12. und 13. November in Rüschlikon statt. Anmelden kann man sich hier. 

Und das kommt raus, wenn man sich in den Kunden rein versetzt - Danke ROLFspectacles
Und genau dafür noch ein schönes Beispiel aus meinem eignen Konsumentenleben. Meine wunderschöne Holzbrille von ROLFspectacles war eines der ersten Modelle dieses Herstellers. Und das merkte man. Immer wieder brachen kleine Holzteile oder gar der ganze Bügel ab. Nach der vierten Panne schrieb ich verzweifelt an den Hersteller.

Zwei Wochen später: Brille repariert, Bügel ersetzt, alte Papphülle durch neues stylisches Holzetui ersetzt, Brillenputztuch fully brandet dazu gelegt und dem Kunden einen netten emphatischen Brief geschrieben: "Wir hoffen Ihnen mit dieser kostenlosen Reparatur eine Freude gemacht zu haben". Fettes WOW, hohe Kundenloyalität, geilste der Firma der Welt.

Also: Ist die Welt wirklich so einfach? Dem Kunden einfach zuhören, ein wenig Methode anwenden, eine gute IT-Unterstützung sicher stellen und dann klappt alles? Wofür braucht man denn dann noch das Marketing?

Und das ist genau die Kernfrage der 10. Marketing-Horizonte in Frankfurt
Ich bin ja noch Alumni Präsident der grössten deutschen Studenteninitiative MTP - Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. Und so haben wir uns mal die Frage gestellt (auch angesichts einer immer digitaleren, immer designorientierteren und ITlastigeren Welt): "Braucht es Marketing überhaupt noch?" Und diesen Fragen gehen wir zusammen mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Marketing und Unternehmensführung auf den Grund. Am 6. und 7. Oktober veröffentlichen wir die Ergebnisse einer grossangelegten Studie bei CEOs, Studierenden und Marketingfach- und -führungskräften darüber, wie sich das Marketing entwickelt hat und entwickeln wird. Welche Fähigkeiten man im Marketing braucht und was vom Marketing in einer komplett digitalisierten Welt noch übrig bleibt. Und die Unternehmensführer von Nestlé, Pinterest, Unilever, BBDO, Burda, Roche und vielen anderen zeigen ihre Sichtweise auf dieses Thema. Das wird der Kongress des Jahres. Und anmelden kann man sich hier.

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