Donnerstag, 10. Januar 2008

Auch 2008 - Der CRM Blog aus der Schweiz

Launige Worte zum Einstieg: Frohes Neues Jahr.

Case Studie der Woche: Wettbewerb ist ja so etwas Feines. Letzte Woche war ich bei McDonald's. Das ist zwar noch nicht wirklich sensationell, jedoch Fact. Die sind ja dort schwer im Aufwind. Ganz im Gegensatz zu ihrem schärfsten Konkurrenten. Wer? Burger King? Unfug. Das war in den 90ern. Schärfster Konkurrent von McDonald's ist seit zwei Jahren Starbucks. Trendiger Kaffee, trendige Musik, Sofas, junge Laute, gute Brownies. Kennen wir. Lediglich um die Weinachtszeit haben sie mir mit zuviel Muskatnuss im Kaffee und der Jazz-Version von "Rudolph dem rotnasigen Rentier" den letzten Nerv geraubt. Ersteres (Muskatnuss) wirkt nämlich halluzinogen und Letzteres (die Rentier-Musik) ernüchternd. Also wie Wodka-Redbull, nur umgekehrt.
Starbucks hat also (über diesen Weihnachtsfauxpas hinaus) einige Fehler gemacht, viele unprofitable Cafés eröffnet und musste jetzt seinen Gründer Howard Schultz zurück auf den CEO Posten holen, weil das sonst nicht läuft. McDonald's geht es aber gut. Seit letzter Woche weiss ich warum. Ich war mit meiner Lieblingskonsumentin Hannah Allegra im McDonald's an der Autobahn A81 in Deutschland. Hannah bestellt eine "Junior Tüte", die seit ungefähr 20 Jahren nun Happy Meal heisst. Und zwar mit "McFischstäbchen". Der ist neu und das ist gut so. Und da kann man sehen, wer eigentlich bei der Zielgruppe mit Kindern entscheidet , wo es hingeht. Die Kinder. Und trendigen Kaffe gibt's jetzt auch bei McDonald's. Jedenfalls in Deutschland, wo halt der Wettbewerb härter ist. Und gratis gibts für die Kleinen zum trendigen Kaffe geschäumte warme (nicht heisse) Milch. Das alles erzeugt Mehrwert. Und Starbucks? Wann gab es da mal etwas gratis nach dem Motto "Kost nicht viel - hebt den Stil"?

Literaturtip für CRM-Profis: Über Weihnachten bin ich endlich dazu gekommen, die "Blue Ocean Strategy" von W. Chan Kim und Renée Mauborgne vom INSEAD zu lesen. Grossartiges Buch und eine tolle Einführung dazu, sich intensiver mit dem Thema CRM zu beschäftigen. Warum? Gutes Geld wird künftig nur auf Märkten verdient, wo es wenig bis keine Konkurrenz gibt, den blauen Ozeanen. Also geht es darum, die Nachfrage zu steigern und sich von der Konkurrenz zu lösen. Zurück bleiben die Haifischbecken des Konkurrenzkapitalismus (rote Ozeane!), in denen sich immer mehr gefräßige Konkurrenten um das knappe Futter (die Kunden, daher der McFischstäbchen als Rache) streiten.
Das Buch fordert Manager auf, den roten Ozean des ruinösen Wettbewerbs hinter sich zu lassen und neue Märkte zu schaffen, wo es keine Konkurrenz gibt. Statt die vorhandene, oft schrumpfende Nachfrage aufzuteilen und sich an der Konkurrenz zu orientieren, geht es bei Strategien zur Eroberung blauer Ozeane (SEOs) darum, die Nachfrage zu steigern und sich von der Konkurrenz zu lösen.“ Und nicht zuletzt bieten sie die Aussicht auf höchst profitables Wachstum. Wie man einen blauen Ozean rund um die Kinder baut, zeigt McDonald's im Beispiel oben. Wie gesagt: In Sachen Profitabilität schlägt Blau Rot um Längen!

CRM-Bonmot für hilflose Hobby-Gurus: "Wettbewerb ist ein sehr effizienter Prozess gute von schlechten Anbietern zu trennen - manche scheuen jedoch den damit verbundenen Aufwand" (Alan Greenspan)

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